Prüfungsfragen Meteorologie: Wetter richtig einschätzen

Wetterfragen gehören vor allem zum A2-Fernpiloten-Zeugnis – und werden häufig unterschätzt.

  • Windgeschwindigkeit und Böen vor dem Start prüfen
  • Sichtweite bestimmt den Betrieb in Sichtweite (VLOS)
  • Kälte reduziert die Akkukapazität deutlich
  • Vereisung und Feuchtigkeit gefährden den Flug
  • Thermik und Turbulenzen an Hindernissen

Meteorologie ist ein Pflichtthema im theoretischen Zusatztest für das EU-Fernpiloten-Zeugnis A2. Geprüft wird, ob du Wetterdaten vor dem Flug beschaffst und richtig interpretierst: Wind und Böen, Sichtweite, Bewölkung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag. Entscheidend ist immer der Vergleich mit den Herstellerangaben deiner Drohne.

Wind und Böen

Die meisten Consumer-Drohnen sind bis etwa 8 bis 10 m/s Wind einsetzbar. Wichtig ist nicht der Mittelwind, sondern die Böenspitze: Sie kann das Doppelte des Mittelwerts erreichen. In Bodennähe und hinter Gebäuden entstehen Turbulenzen und Leewirbel. Als Faustregel nimmt die Windgeschwindigkeit mit der Höhe deutlich zu – in 120 m weht es spürbar stärker als am Startplatz.

Sicht, Wolken und Niederschlag

Der Betrieb in der offenen Kategorie erfordert ständigen Sichtkontakt zur Drohne. Nebel, Dunst, Regen oder tief liegende Wolken verhindern das. Regen und hohe Luftfeuchtigkeit sind zusätzlich ein technisches Risiko, weil die meisten Drohnen nicht wasserdicht sind. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und sichtbarer Feuchtigkeit droht Vereisung an Propellern und Sensoren.

Temperatur und Akkuleistung

Lithium-Polymer-Akkus verlieren bei Kälte stark an nutzbarer Kapazität; unter 10 °C kann die Flugzeit um ein Drittel sinken. Akkus daher vorgewärmt transportieren und die Reserve großzügig kalkulieren. Bei großer Hitze und in großer Höhe sinkt die Luftdichte, wodurch der Auftrieb abnimmt und die Motoren mehr Leistung ziehen.

Wetterquellen vor dem Flug

Nutze den Deutschen Wetterdienst, Luftfahrtwetterdienste oder spezialisierte Drohnen-Wetter-Apps. Geprüft wird oft, dass eine allgemeine Wetter-App nicht genügt, wenn Böen, Windrichtung in der Höhe und Sichtweite nicht ersichtlich sind. Die Entscheidung, ob geflogen wird, trifft der Fernpilot vor Ort.

Häufige Fragen

Bei welchem Wind sollte ich nicht mehr fliegen?

Sobald die Böenspitzen die Herstellerangabe der Drohne erreichen – bei typischen Consumer-Drohnen etwa ab 8 bis 10 m/s.

Warum ist Kälte ein Problem?

LiPo-Akkus liefern bei Kälte weniger Kapazität, die Flugzeit sinkt deutlich und die Spannung kann unter Last plötzlich einbrechen.

Gehört Meteorologie auch zum A1/A3-Test?

Nur am Rande. Ausführlich geprüft wird Meteorologie im theoretischen Zusatztest für das Fernpiloten-Zeugnis A2.

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